Ernährung am Arbeitsplatz

En Guete

Wenn sich Unternehmen um das leibliche Wohl ihrer Mitarbeitenden kümmern, kommt das bei diesen gut an. Denn nicht nur Liebe geht durch den ­Magen – auch Engagement und Zufriedenheit profitieren von guter Pausenverpflegung am Arbeitsplatz. Ein paar Ideen, wie das ohne grosse Personalkosten geht.

Jede Woche eine neue Welt

Felfel heisst das junge Zürcher Unternehmen, das gerade die Verpflegung am Arbeitsplatz revolutionieren will. Felfel ist persisch und heisst Pfeffer und die Idee dahinter bringt auf jeden Fall Würze in das oft triste Essensangebot in und um Schweizer Büros. Die Idee von Felfel geht so: Unternehmen werden mit intelligenten Kühlschränken ausgestattet, aus denen sich die Mitarbeitenden Essen nehmen können. Jedes Essen kostet zwischen 7 und 12 Franken – Snacks und Drinks sind bereits ab 1.50 Franken zu haben. Die Unternehmen unterstützen den Service mit einer monatlichen Pauschale, ansonsten braucht es ausser einer Steckdose nichts. Besonders praktisch: Jeder Mitarbeitende eröffnet ein eigenes Konto, in dem er seine Kreditkarte hinterlegt, und zahlt dann einfach mit dem Felfel Badge. Über das eigene Konto kann jeder auch nachsehen, welche Gerichte gerade noch im unternehmenseigenen Kühlschrank vorhanden sind – in Echtzeit. Ein Kühlschrank kann Unternehmen bis zu 200 Mitarbeitenden versorgen. Mindes-tens 50 Mitarbeitende sollte ein Unternehmen aber schon haben, damit sich Felfel lohnt. Nach oben gibt es keine Grenzen, es gibt dann einfach so viele Kühlschränke wie nötig. Das Essensangebot wird jede Woche von den unternehmenseigenen Foodscouts neu zusammengestellt und liest sich sehr abwechslungsreich: Von Poke Bowls über Currys oder Züri Gschnätzletem bis hin zu vegetarischen No-Meat Balls wird einiges geboten. Natürlich gibt es auch Sandwiches und Salate und es ist immer etwas sowohl für Fleischesser als auch für Veganer dabei. Auch Zmorge, Snacks und Säfte sind verfügbar. Alle Mahlzeiten werden in Handarbeit von lokalen Familienbetrieben täglich frisch zubereitet und geliefert. Die Produkte punkten neben Lokalität auch damit, immer ohne chemische Farbstoffe oder Geschmacksverstärker auszukommen. Mittlerweile hat Felfel mehr als 250 Kunden. Alle Interessenten werden übrigens zum Probeessen eingeladen, denn entscheidend ist letztlich der Geschmack.

Frische aus dem Mini-Markt

Ein eigener Supermarkt im Unternehmen? Das wär’s doch! So könnten alle Mitarbeitenden jederzeit frische Produkte kaufen und sich abwechslungsreich verpflegen. Genau das bietet das Konzept Foodie’s Micromarket von Selecta. Der erste Mikromarkt wurde im Juli dieses Jahres in der Web-Agentur Webrepublic in Zürich eröffnet. Mittlerweile sind es acht in verschiedenen Firmen in der Schweiz. «Jede Woche kommt ein weiterer dazu», sagt Patrizia von Gunten, Unternehmenssprecherin von Selecta. Die Nachfrage sei gross.  Das Prinzip von Foodie’s Micromarket ist denkbar einfach: Mitarbeitende können sich aus einer Auswahl von rund 300 verschiedenen Produkten bedienen und das rund um die Uhr. «Eine super Möglichkeit zum Beispiel bei Schichtbetrieb», so von Gunten. Neben den klassischen Automatenangeboten wie Süsswaren, Snacks und Riegeln gibt es im Mini-Supermarkt auch Mikrowellengerichte, Wraps, Sandwiches und Müeslis. Ravioli al limone oder Ghackets mit Hörnli zum Beispiel. Und Wraps mit Randen und Frischkäse. Eine Besonderheit sind die Hot-Cold-Lunches, die man je nach Laune als warmes Gericht oder kalten Salat geniessen kann. Je nach Standort können frische Backwaren in das Konzept integriert werden, Kaltgetränke sind Standard und Kaffee gehört ebenfalls zum Programm.  Wie genau der Mikromarkt aussieht, hängt natürlich davon ab, wieviel Platz und Mitarbeitende das Unternehmen hat. Die Foodie’s werden von Selecta-Mitarbeitenden täglich betreut. Diese füllen Kaffee und Milch auf und sorgen dafür, dass die Kühlschränke täglich frisch bestückt werden. Je nach Nachfrage von den Mitarbeitenden kann Selecta das Angebot mit der Zeit anpassen. «Wir merken, dass besonders die frischen Produkte gefragt sind und erweitern dort noch unser Angebot laufend», erklärt von Gunten. Das Angebot eignet sich für Unternehmen ab 200 Mitarbeitenden. In Kirchberg (BE) hat Selecta für Interessenten einen Showroom eingerichtet, in dem sich Foodie’s live erleben lässt.

Ganz ohne Foodwaste

Schnelle unkomplizierte Mahlzeiten bietet La Zoupa. Wie der Name nahelegt, liegt der Schwerpunkt auf Suppen und Eintöpfen aus aller Welt, von der thailändischen Tom Kha Gai über Linsencurry bis hin zur klassischen Bündner Gerstensuppe. Doch nicht nur Suppen sind im Angebot: das Unternehmen hat auch verschiedene Pasta und Gerichte wie Zürcher Geschnetzeltes oder Beef Stroganoff im Angebot. Alle rund 40 Gerichte sind ohne Konservierungsmittel, Geschmacksverstärker und gehärtete Fette. Das Fleisch stammt immer aus der Schweiz. La Zoupa kocht alle Gerichte selbst und schockgefriert sie dann. Tiefgefroren werden die Mahlzeiten an die Unternehmen mit einem La-Zoupa-Automaten geliefert, an dem sich die Mitarbeitenden bedienen können. Weil das Essen gefroren und damit lange haltbar ist, wird der Foodwaste quasi auf Null reduziert. Die Automaten sind intelligent und wissen, wann welches Gericht ausverkauft ist und nachgefüllt werden muss. Die Gerichte kosten zwischen 8 und 16 Franken, die Unternehmen zahlen für den Service eine monatliche Pauschale von 340 Franken. 

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