Zentrum Paul Klee

Miss Moneypenny Leserevent in Bern

04.05.2017
Am 3. Mai ging im Zentrum Paul Klee in Bern unser grosser Miss Moneypenny Networking Event über die Bühne. Knapp 200 Besucherinnen waren unserer Einladung gefolgt und haben so mit dafür gesorgt, dass unser Anlass ein voller Erfolg wurde. 
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Hereinspaziert: Das Team von Miss Moneypenny empfängt die Leserinnen (Fotos: Louis Rosenthal)
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Viel Erheiterung bot das Interview mit dem ehemaligen Berner Stadtpräsidenten Alexander Tschäppät und seiner ehemaligen Assistentin Melanie Eichenberger. SF-Moderator Dani Fohrler entlockte beiden die besten Anekdoten aus der gemeinsamen Zeit als Chef und Assistentin.
 
«Insgesamt war er ein pflegeleichter Chef», bescheinigte ihm Melanie Eichenberger. «Dafür dass es meine erste Stelle als Assistentin war, hat er es mir sehr leicht gemacht.» Allerdings, so die 32-Jährige, sei er eben schon ein Chaot: «Sitzungsunterlagen habe ich immer lieber zweimal vorbereitet. Eine Version hat er meist verloren», erinnerte sie sich.
 
Für Tschäppät war seine Assistentin «wie ein Blindenhund». «Wenn Sie sich fragen, wie man seinen Chef führen kann», wandte er sich an das Publikum «dann ist das ganz einfach mit einem Chef wie mir, der keinen Computer bedienen kann.»
 

Mac für Senioren

Zum Abschied, Ende vergangenen Jahres, schenkte ihm seine Assistentin dann folgerichtig das Buch: Mac für Senioren. Ein Volltreffer: «Ohne das Buch hätte ich am Mac das @-Zeichen gar nicht gefunden», so Tschäppät, der in seinen zwölf Jahren als Berner Stadtpräsident natürlich mehrere Assistentinnen hatte. Ob es da gelingt, sich jedes Mal auf jemand Neues einzustellen, ist seiner Meinung nach vor allem Glück: «Es muss in den ersten zehn Sekunden funken, sonst passt es nicht», meinte er. «Eine Assistentin ist für mich jemand, der einem auch kritisch all die Dinge sagen kann, die sich sonst niemand mehr zu sagen traut. So eine Art Hofnarr. Wenn ihr Chefs habt, bei denen das geht, dann macht das», rief er das Publikum auf.
 
Melanie Eichenberger hat davon Gebrauch gemacht. Zum Beispiel, wenn ihr Chef mal wieder im Büro geraucht hat – denn das war für sie ein No-Go. Ihr hat geholfen, dass sie frisch aus dem Aargau kam, weder die Stadt Bern noch Tschäppät besonders gut kannte und so ohne grosse Berührungsängste vor Position und Chef in den Job startete.
 

Der Chef als Tourguide

Alles in allem klang das nach einem harmonischen Arbeitsverhältnis: Zum 30sten Geburtstag half ihr ihr bekannter Chef, einen Apéro im Stadthaus zu organisieren und geleitete ihre Freunde auf einer exklusiven Tour persönlich durch die Altstadt von Bern.
 
Dani Fohrlers Frage nach der grössten Panne, brachte dann noch folgende Anekdote zutage: «Einmal ist ein Eintrag in der Agenda verrutscht. Alexander sollte zu einem Empfang in der deutschen Botschaft, aber da fand an diesem Abend gar nichts statt», erinnerte sich Eichenberger. Doch Tschäppät hatte Glück im Unglück: «Aber ein paar Häuser weiter war an dem Abend ein Empfang in der Südkoreanischen Botschaft. Die haben sich gefreut, denn dort hatte ich mich ja abgemeldet. Der deutsche Botschafter war auch dort», lacht der Ex-Stadtpräsident und seine ehemalige Assistentin legt nach: «Ich weiss nicht, wie es geendet hätte, wenn Du nichts zu essen bekommen hättest». Man merkt dem Duo an, dass es während der Zusammenarbeit auch viel Spass hatte.
 

Giesskanne oder Feuerwehrschlauch

Der anschliessende Vortrag von Bestsellerautor und Speaker Sebastian Purps-Pardigol widmete sich der Frage, was unser Gehirn braucht, damit wir unser volles Potenzial entfalten können. Ihm zufolge funktioniert das Gehirn in zwei unterschiedlichen Betriebszuständen: Entweder nach dem Giesskannen- oder nach Feuerwehrschlauchprinzip. Wie die Namen schon nahelegen: Wenn ein Feuerwehrschlauch zum Einsatz kommt, ist die Situation meist nicht mehr gut. «Der Feuerwehrschlauchzustand setzt ein, wenn wir emotional übererregt sind, zum Beispiel weil uns der Chef anschreit. Dieser Zustand entsteht, wenn Menschen ausgeschlossen werden oder wenn sie körperlich bedroht sind. Dann fallen die neuen Netzwerke im Gehirn aus und ältere Netzwerke übernehmen», erklärte Purps-Pardigol.
 
Das heisst: Wir reagieren so, wie wir es mit drei oder fünf Jahren gelernt haben. Mit Starre, Flucht oder Angriff. Mehr kann unser Gehirn unter Stress nicht leisten. «Auf Dauer ist das unangenehm. Für einen selbst und für das Umfeld. Und es schädigt das Gehirn. Denn der Hippocampus, der für die Bildung neuer Nervenzellen verantwortlich ist, kann dann nicht  mehr so arbeiten, wie er soll und reduziert die Neuproduktion. Das Resultat: «Weniger Hirn ist weniger gut».
 
Ganz anders das Giesskannenprinzip. In diesen Zustand gelangen wir, wenn wir emotional berührt sind. «Dann haben wir Zugriff auf alles, was in uns steckt und können neue Netze bilden. Je öfter wir nach dem Gieskannenprinzip funktionieren, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass wir unser Potenzial entfalten können», so Purps-Pardigol. Drei Elemente sind demnach, die uns in diesen Zustand versetzen: Verbundheit, Entfaltung und Gestaltung sowie die inneren Bilder. «Verbundenheit beruhigt das Gehirn, wenn wir mitgestalten können, steigt unsere Stressresistenz und die Identifikation. Und unsere inneren Bilder bestimmen unser Verhalten in der Aussenwelt. Sie beeinflussen nicht nur, wie wir jemanden sehen, sondern auch wie uns andere sehen.»
 
Nach Interview und Vortrag im Auditorium des Zentrum Paul Klee konnte beim Apéro riche im festlich beleuchteten Forum sowie in der lichtdurchfluteten Museumsstrasse ausgiebig genetzwerkt werden. Das Catering vom benachbarten Restaurant Schöngrün liess keine Wünsche offen und war sowohl optisch als auch geschmacklich eine Freude.
 
 

Wir danken unseren Partnern:

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