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Immer mehr Unternehmen setzen auf Carsharing statt auf klassische Dienstwagen-­Lösungen. Kein Wunder, denn in Sachen Effizienz, ­Kostenersparnis, Transparenz und auch Umweltschutz hat die Variante viele Vorteile.

Der Grundgedanke von Carsharing ist simpel: Autos, die ungenutzt auf dem Parkplatz stehen, kosten Geld und bringen keinen Gewinn. Nur zu zahlen, wenn man ein Auto wirklich fährt, spart dagegen Kosten. Und das gilt längst nicht nur für Privatleute, auch immer mehr Unternehmen binden das Konzept in ihre Mobilitätsstrategie ein. Die Kostenersparnis ist dabei nicht der einzige Vorteil. Auch in Sachen Flexibilität, Verwaltungsaufwand und Nachhaltigkeit hat Carsharing verglichen mit einer eigenen Flotte die Nase vorn.

Flexibilität

Der firmeneigene Fünftürer ist nicht für jede Fahrt das passende Fahrzeug. Beim Carsharing ist man auch hinsichtlich der Grösse flexibel, denn man kann verschiedene Autos mieten. Mal den Kleinwagen für den Besuch eines einzelnen Mitarbeitenden beim Kunden, mal den Transporter, wenn eine Sache von A nach B gefahren werden muss.

Verwaltungsaufwand

Die Fahrzeuge der eigenen Flotte müssen gereinigt und gewartet werden, irgendwer muss die Buchungen verwalten und die Schlüssel herausgeben. Das alles fällt beim Carsharing weg: Die Mitarbeitenden buchen und holen ihre Autos selbst, Versicherung, Reinigung und Wartung übernimmt der Verleiher.

Transparenz

Ins Budget für eine eigene Flotte müssen auch versteckte Kosten für Reinigung, Wartung und Buchung eingerechnet werden und man verliert schnell den Überblick. Beim Carsharing sind diese bereits enthalten und durch die exakte Abrechnung jeder einzelnen Fahrt wird das Mobilitätsbudget transparent. So kann zum Beispiel schnell erkannt werden, für welche Fahrten sich auch öffentliche Verkehrsmittel lohnen.

Nachhaltigkeit

Studien haben gezeigt, dass Carsharer ebenso viel unterwegs sind wie der Durchschnitt der Schweizer Bevölkerung, jedoch mit anderen Mitteln. Carsharer ersetzen Autofahrten durch Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln, dem Velo oder durch Fusswege. «Autofahren wird zum bewussten Akt», sagt Patrick Eigenmann, Unternehmenssprecher von Mobility. In dieser Verhaltensänderung liegt ihm zufolge der grösste Hebel in Sachen Umweltschutz und Nachhaltigkeit. «Jeder einzelne Businesskunde verringert so seinen CO2-Ausstoss um 250 kg pro Jahr», so Eigenmann. Dazu kommt das Angebot von Autos oder Scootern mit Elektroantrieb, die in der Anschaffung teurer sind und deshalb für den firmeneigenen Fuhrpark seltener gewählt werden.

Diese Vorteile haben auch viele Unternehmen erkannt, das Interesse am Business-Carsharing ist deshalb in den vergangenen Jahren stark angestiegen. Mobility ist der einzige Carsharing-Anbieter der Schweiz und merkt das deutlich. «Firmenkunden machen rund einen Viertel unseres Umsatzes aus», sagt Patrick Eigenmann. Über 4600 Firmen nutzen die Dienstleistungen von Mobility bereits, Tendenz steigend. Doch nicht jedes Unternehmen hat denselben Bedarf an Mobilität. Manche brauchen täglich Autos, damit die Mitarbeitenden kurze Strecken zum Kunden oder zu anderen Filialen fahren können. Andere fahren nur selten und dann lange Strecken. Manche nutzen für lange Strecken lieber die Bahn und brauchen das Auto nur für die sprichwörtliche letzte Meile.

Viele schrecken vor Carsharing zurück, weil sie denken, ihr Bedarf sei zu individuell. Doch die Nutzungs- und Kombinationsmöglichkeiten sind so vielfältig, dass es kaum ein Unternehmen gibt, für das Carsharing keine Lösung bietet: Manche ergänzen ihren eigenen Fuhrpark mit Mietangeboten, andere ersetzen ihn gleich ganz und kombinieren das Mietauto mit anderen Verkehrsmitteln. Oder sie machen ihren eigenen Fuhrpark auch anderen Mietkunden zugänglich und profitieren von deren Fahrten. Mobility ist darauf eingestellt und bietet deshalb ganz verschiedene Lösungen für Businesskunden an. «Wer die Mobility-Fahrzeuge den eigenen Autos vorzieht, hat die Wahl zwischen den drei Varianten Mobility-Business, Mobility-Business-Light und Mobility-Flex», erklärt Patrick Eigenmann.

Mobility Business

  • Autos stehen auf Carsharing-Parkplätzen
  • Jährliche Grundgebühr pro Auto
  • Zahlung pro Fahrt entweder nach Zeit- oder nach Kilometertarif
  • Business-Rabattsystem: Wer viel fährt, bekommt etwas zurück
  • Lohnt sich für: Vielfahrer

Mobility Light

  • Autos stehen auf Carsharing-Parkplätzen
  • Keine Grundgebühr, dafür höhere Nutzungstarife
  • Zahlung pro Fahrt entweder nach Zeit- oder nach Kilometertarif
  • Lohnt sich für: Wenigfahrer

Mobility Flex

  • Autos stehen auf markiertem Unternehmens­parkplatz
  • Autos stehen nicht nur den Mitarbeitenden, sondern allen Mobility-Kunden zur Verfügung, es können Zeiten blockiert werden
  • Gezahlt wird per Jahrespauschale, am Ende gibt es Geld zurück: 100 % der Fahrtumsätze der Mitarbeitenden und 75% der Fahrumsätze anderer Mobility-Kunden
  • Lohnt sich für: gute Auslastung vor allem auch von externen Mitnutzern

Und auch wer viel international unterwegs ist, kann von den Carsharing-Angeboten profitieren, denn Mobility setzt im Ausland auf Partner-Modelle. «Mobility-Kunden profitieren von Vorzugskonditionen bei unseren Car-Rental-Partnern Hertz und Europcar. Zudem arbeiten wir mit dem deutschen Carsharing-Anbieter Flinkster zusammen», sagt Patrick Eigenmann. Durch die unterschiedlichen Angebote lohnt sich Carsharing für jedes Unternehmen, mit einer Ausnahme: Wenn ein Fahrzeug sehr häufig und nur von einer Person genutzt wird, zum Beispiel im technischen Aussendienst, dann verpufft der Effekt der besseren Auslas­tung. «In diesem Fall macht Carsharing nur wenig Sinn», so Patrick Eigenmann.m

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