Rekrutierung

10 Recruiting-Praktiken für Ihr Unternehmen

Im Recruiting wird viel über neue Kanäle, KI und kreative Kampagnen gesprochen. Kandidatinnen und Kandidaten erwarten jedoch vor allem Transparenz und persönliche Kommunikation: Was bietet eine Stelle? Passt die Arbeitgeberkultur zu ihrem Leben? Ist der Arbeitgeberauftritt glaubwürdig?

1. Die Informationsbasis muss stimmen 

Karriereseiten und Anzeigen sollten über Arbeitgeber, Kultur und Erwartungen informieren. Leerformeln und Buzzwords reichen nicht aus, Interessierte möchten eine begründete Entscheidung treffen können.   

2. Beim Lohn Klartext sprechen 

Wer sich bewirbt, möchte vorab einschätzen können, ob die Vergütung zur Verantwortung der Position und zu den eigenen Vorstellungen passt. Arbeitgebende sollten deshalb eine Lohnspanne nennen und erläutern, wovon die Einstufung abhängt – etwa von Erfahrung oder Zusatzqualifikationen.  

3. Vereinbarkeit durch konkrete Arbeitsmodelle ermöglichen 

Sind Arbeitszeit und -ort mit Betreuungspflichten, Pendelwegen und privaten Verpflichtungen vereinbar? Arbeitgebende können je nach Tätigkeit Gleit- und Teilzeit, flexible Schichtpläne oder mobiles Arbeiten anbieten. Ein beispielhafter Dienstplan auf der Karriereseite macht das Angebot greifbar.  

4. Die konkrete Arbeitsrealität sichtbar machen 

Passt die Tätigkeit zu meinen Fähigkeiten und Interessen? Kandidatinnen und Kandidaten möchten wissen, wie Aufgaben im Alltag ausgeführt werden. Arbeitgebende sollten daher typische Arbeitssituationen, Entscheidungsspielräume und Belastungen beschreiben. Ein beispielhafter Arbeitstag oder Einblicke ins künftige Team vermitteln ein realistisches Bild.  

5. Persönliche Ansprechbarkeit sicherstellen 

Je stärker Recruiting automatisiert wird, desto grösser das Bedürfnis nach einem menschlichen Gegenüber. Lässt sich hinter Formularen und automatisierten Nachrichten eine zuständige Person erreichen? Persönliche Ansprechbarkeit schafft Vertrauen und ermöglicht einen Beziehungsaufbau schon vor der Bewerbung. Arbeitgebende sollten ihre HR-Ansprechpersonen deshalb mit Namen, Foto und Kontaktmöglichkeit sichtbar machen.  

6.Arbeitsumfeld und Zusammenarbeit erlebbar machen 

Mit einer neuen Stelle entscheiden sich Bewerbende immer auch für ein Team und eine Form der Zusammenarbeit. Dafür brauchen sie Eindrücke jenseits der Selbstdarstellung des Arbeitgebers. Teamgespräche, Schnuppertage oder Job Shadowing machen Umgangston, Führung und Arbeitsatmosphäre erfahrbar. 

7.Mitarbeitende zu Wort kommen lassen 

Unternehmenskultur wird durch die Erfahrungen der Beschäftigten greifbar. Berichte über Führung, Zusammenarbeit und Entwicklung helfen, Arbeitgeberversprechen an der gelebten Praxis zu messen, idealerweise aus verschiedenen Bereichen und Hierarchieebenen. Entscheidend ist Authentizität: Konstruierte Texte und Werbeversprechen schwächen die Glaubwürdigkeit.  

8. Den Auswahlprozess planbar machen 

Eine Bewerbung ist mit Unsicherheit verbunden und verlangt Zeit. Arbeitgebende sollten deshalb schon im Stelleninserat Anzahl, Format und voraussichtliche Dauer der Auswahlschritte nennen, jeweils mit Zweck, beteiligten Personen und nötiger Vorbereitung. Bei Tests, Assessments oder KI-gestützten Verfahren sollte erklärt werden, was geprüft wird und wer entscheidet.  

9.Hürden im Bewerbungsprozess bewusst abbauen 

Stellen werden immer häufiger am Smartphone gesucht. Ist der Einstieg mühsam oder der Upload unklar, wird die Bewerbung vertagt, oft sogar abgebrochen. Arbeitgebende sollten den Erstkontakt deshalb auf das Nötige beschränken: Kontaktdaten, Lebenslauf oder Kurzprofil sowie wenige stellenbezogene Fragen. Angaben aus hochgeladenen Dokumenten sollten nicht zusätzlich manuell einzutragen sein.  

10.Kontinuität vom Bewerbungseingang bis zum Stellenantritt  

Mit dem Absenden der Bewerbung beginnt das grosse Warten. Da Interessierte sich meist parallel bewerben, droht in dieser Phase der Verlust von Talenten. Arbeitgebende sollten den Eingang der Bewerbung sofort bestätigen, für jede Etappe einen Rückmeldetermin nennen und Verzögerungen aktiv mitteilen. Die gesamte Kommunikation erfolgt persönlich, idealerweise durch dieselbe Ansprechperson. Spätestens mit dem Vertragsangebot sollte der Ablauf des Onboardings detailliert kommuniziert werden. So springt niemand wegen Funkstille oder Unklarheiten ab.


Diese Check-Liste erschien in unserem Schwestermagazin HR Today.

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Christian Pasteka ist Head of Scientific Research bei Best Recruiters und hat einen Magister in Philosophie, Psychologie und Wirtschaft.
bestrecruiters.eu

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