Interview mit Tinu Niederhauser

«Es geht um die grösstmögliche Authentizität und Glaubwürdigkeit»

Sich selbst in Szene zu setzen und den Scheinwerfer auf sich zu setzen, fällt vielen nicht leicht. Vor allem Assistenzen agieren oftmals gern im Hintergrund und lassen lieber Taten sprechen. Kommunikationstrainer Tinu Niederhauser findet jedoch: den Werbespot in eigener Sache platzieren zu können – einen sogenannten Elevator Pitch – kann mitunter den Unterschied machen.

Elevator Pitch kennt man eher aus dem Verkaufsbereich (Verkauf von Produkten). Wieso sollte man sich als Person verkaufen?

Sich verkaufen klingt billig und anrüchig, das ist wahr. Marketing in eigener Sache ist tatsächlich eine gefährliche Gratwanderung. Doch wer nichts wagt, gewinnt nicht. Gute Beispiele und persönliche Erfolgsgeschichten können durchaus publikumswirksam erzählt werden. Kurz und knapp – auf den Punkt. 

Sind Pitches sinnvoll, wenn sich Assistenzen neu bewerben, oder machen sie auch in anderen Situationen Sinn?

Es macht grundsätzlich Sinn, sich genau zu überlegen, wie man sich positionieren will, was uns von allen anderen unterscheidet. Oft sind es die unerwarteten informellen Situationen, bei denen ein kurzer Pitch sehr erfolgreich sein kann. Nicht nur bei einer Liftfahrt, auch bei festlichen Anlässen, Apéros und anderen sozialen Events ist es wichtig, einen überraschenden Werbespot in eigener Sache platzieren zu können.

Braucht man Elevator Pitches auch im privaten Umfeld?

Auch ein privater Anlass kann dazu dienen, die Fühler auszustrecken und zu schauen, ob bei Freunden und Bekannten eine neue berufliche Option entstehen könnte. 

Was macht einen guten Elevator Pitch aus?

Er ist kurz, knapp, emotional und aussergewöhnlich. Bei der vielen Information, die wir täglich verarbeiten müssen, können wir uns nur an das Spezielle, Überraschende und Aussergewöhnliche erinnern. Und wir wollen ja möglichst lange, möglichst positiv in Erinnerung bleiben.

Sie selbst kommen aus dem Bereich Schauspiel. Wird der Workshop am Assistants’ Day davon etwas aufgreifen, resp. einen interaktiven Charakter haben? 

Bei der Schauspielerei geht es um die bestmögliche Wirkung auf der Bühne, insofern ja, das hat etwas damit zu tun. Und nein, wir werden kein Schauspieltraining machen, es geht um die grösstmögliche Authentizität und Glaubwürdigkeit. Wir spielen somit keine Rollen, wir sind beim Pitchen so nahe wir nur möglich bei uns selbst.
 

Workshop: «Elevator Pitch – Die kürzeste Form des Sich-Präsentieren»


Seit 2003 ist Tinu Niederhauser als Medien- und Kommunikationstrainer sowie als Führungscoach in der ganzen Schweiz unterwegs. Sein Background ist das Theater. In seinem Workshop am Assistants' Day gibt er Tipps und Tools an die Hand, um sich und die eigenen Botschaften in Form eines Elevator Pitches wirkungsvoll zu präsentieren und so auszusenden, dass sie richtig ankommen. Ein klares Statement in eigner Sache kann viel bewirken: Eine kurze, prägnante und gut erzählte Geschichte kann bei den Adressatinnen und Adressaten unvergesslich in Erinnerung bleiben. Die Story wird so zum visuellen Anker für die implizite Botschaft: «Ich weiss wer ich bin, ich weiss was ich kann.»
 

  • Ort: Assistants' Day 2024, Kongresshaus Zürich
  • Zeit: Dienstag, 3. September 2024
  • Kosten: Für Member: 99 CHF, Für Nicht-Member: 129 CHF
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