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Mood Food für gute Laune

Wir essen unsere Gesundheit. So, wie uns Lebensmittel fit, fröhlich und leistungsfähig machen, können sie uns auch runterziehen und schädigen. «Mood Food» nennt man Nahrung, welche die Stimmung hebt.

Unsere tägliche Ernährung beeinflusst nicht nur unser Körpergewicht oder unsere körperliche Leistungsfähigkeit, sondern auch unsere Stimmung, unsere emotionale Stabilität und unser seelisches Wohlbefinden. Lebensmittel können uns wach, konzentriert und fröhlich machen, oder im Gegenteil müde, gereizt und antriebslos. «Mood Food» nennt man Nahrungsmittel, die gezielt dazu beitragen, unsere Stimmung zu heben und emotionale Ausgeglichenheit zu fördern. Mit der richtigen Auswahl an Lebensmitteln können wir unsere Stimmung positiv beeinflussen und langfristig stabilisieren. 

Wenn Sie sich das nächste Mal ohne klaren Grund erschöpft fühlen, schneller gereizt reagieren oder sich innerlich leer fühlen, könnte das ein Hinweis darauf sein, dass Ihr Körper zu wenig Serotonin produziert. Dieser Neurotransmitter wird häufig als «Glückshormon» bezeichnet. Er spielt eine zentrale Rolle bei der Regulation von Stimmung, Schlaf, Appetit und emotionaler Belastbarkeit. Serotonin wird zwar im Gehirn wirksam, doch ein grosser Teil seiner Vorstufen entsteht im Darm. Ein deutlicher Hinweis darauf, wie eng Ernährung und Psyche miteinander verbunden sind. 

Neben dem bekannten «Brain Food», das unsere Konzentration und geistige Leistungsfähigkeit unterstützt, gibt es also auch gezielt «Mood Food». Diese Nahrungsmittel liefern unserem Körper die notwendigen Bausteine für die Bildung und Ausschüttung von Serotonin. Besonders wichtig ist dabei die essenzielle Aminosäure Tryptophan. Diese kann der Körper nicht selbst herstellen, sondern muss über die Nahrung aufgenommen werden. Tryptophan ist die direkte Vorstufe von Serotonin und damit ein Schlüsselfaktor für gute Laune, innere Ruhe und emotionale Stabilität. 

Serotonin und Vitamin D 


Einen hohen Tryptophan-Gehalt weisen unter anderem Cashewkerne, Mandeln und Parmesan auf. Auch getrocknete Feigen und Datteln enthalten nennenswerte Mengen dieser Aminosäure, kombiniert mit schnell verfügbarer Energie. Eier, Bananen und fettreicher Fisch wie Lachs oder Makrele wirken ebenfalls positiv auf den Serotoninspiegel. Zusätzlich liefern sie Vitamin D, das eine wichtige Rolle für unsere psychische Gesundheit spielt. 

Vitamin D ist streng genommen kein Vitamin, sondern eine Hormonvorstufe, die zahlreiche Prozesse im Körper steuert. Es wird hauptsächlich durch die Einwirkung von Sonnenlicht (UV-B-Strahlung) in der Haut gebildet. In sonnenarmen Monaten, insbesondere im Winterhalbjahr, ist die körpereigene Produktion jedoch stark eingeschränkt. Eine ausreichende Versorgung über die Nahrung gewinnt dann an Bedeutung. 

Vitamin D beeinflusst nicht nur unsere Stimmung und unser Energielevel, sondern ist auch essenziell für ein funktionierendes Immunsystem, den Knochenstoffwechsel und die Muskelkraft. Zudem reguliert es den Mineralstoffhaushalt und fördert die Aufnahme von Kalzium, Magnesium und Phosphat. Neben Fisch, Eiern und Milchprodukten zählen auch Pilze zu den wertvollen Vitamin-D-Lieferanten. Sie sind kalorienarm, vielseitig einsetzbar und enthalten zusätzlich Ballaststoffe sowie antioxidativ wirksame Substanzen. 

Nährstoffarme Lebensmittel füllen weder Körper noch Seele 


Eine zentrale Rolle für unsere seelische Gesundheit spielt der regelmässige Verzehr von Obst und Gemüse. Sie liefern Ballaststoffe, Vitamine, Mineralstoffe, sekundäre Pflanzenstoffe, Flavonoide und Antioxidantien. Diese Stoffe wirken entzündungshemmend, unterstützen die Darmgesundheit und fördern eine stabile neuronale Signalübertragung. All das trägt dazu bei, dass wir uns vital, ausgeglichen und belastbar fühlen. 

Hochverarbeitete Lebensmittel hingegen – reich an Zucker, gesättigten Fetten und Zusatzstoffen, aber arm an Mikronährstoffen – können genau das Gegenteil bewirken. Sie führen zu schnellen Blutzuckerschwankungen, fördern Entzündungsprozesse und lassen uns nach einem kurzen Energiehoch regelrecht abstürzen. Statt nachhaltig aufzutanken, entsteht ein Gefühl von Leere und Erschöpfung. 

An apple a day keeps a depression away! 


Während sich viele ernährungswissenschaftliche Studien mit den negativen Folgen eines Übermasses an Zucker oder Fett befassen, gibt es zunehmend Forschung zu den Auswirkungen eines Mangels an Obst und Gemüse. Eine Meta-Analyse von 18 Studien mit nahezu 300'000 Teilnehmenden zeigte, dass Erwachsene mit sehr geringem Obst- und Gemüsekonsum ein deutlich erhöhtes Risiko für depressive Symptome aufweisen. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass pflanzliche Lebensmittel einen schützenden Effekt auf die psychische Gesundheit haben. 

Man ist, was man isst 


Eine weitere Langzeitstudie mit rund 12 500 Probandinnen und Probanden untersuchte über zwei Jahre hinweg die Auswirkungen einer Ernährungsumstellung. Personen, die von einer obst- und gemüsearmen Ernährung zu einer überwiegend vegetarischen Kost wechselten, berichteten über einen signifikanten Anstieg von Lebenszufriedenheit, Wohlbefinden und positiver Stimmung. Die Verbesserung zeigte sich unabhängig von Alter, Geschlecht oder Ausgangsgewicht.

Als wenig bis kaum Obst und Gemüse gelten: 

  • weniger als 100 Gramm Obst pro Tag,
  • weniger als 500 Gramm Gemüse pro Tag. 

Zur Orientierung: Ein halber Apfel wiegt etwa 100 Gramm. 

Heute essen, morgen wohlfühlen 


Eine weitere Untersuchung ging der Frage nach, ob unsere heutige Ernährung unsere Stimmung am nächsten Tag beeinflussen kann. Tatsächlich zeigte sich, dass ein hoher Verzehr von Obst und Gemüse mit einem besseren emotionalen Wohlbefinden am Folgetag zusammenhing. Ernährung wirkt also nicht nur langfristig, sondern kann bereits kurzfristig positive Effekte auf unsere Stimmung entfalten. 

Keine Selbstkasteiung bei Fast Food 


Natürlich bedeutet «Mood Food» nicht, dass Genuss und Spontaneität keinen Platz mehr haben dürfen. Ein gelegentlicher Besuch in der schnellen Küche ist kein Problem, wenn die Grundernährung ausgewogen ist. Niemand muss sich für eine Tiefkühlpizza oder einen Burger schuldig fühlen. Wer das schnelle Menü mit einem Salat, etwas Gemüse oder einem Stück Obst ergänzt, unterstützt Körper und Seele zugleich. Entscheidend ist nicht die einzelne Mahlzeit, sondern das grosse Ganze – und eine Haltung des achtsamen, genussvollen Essens.

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Silke Weinig studierte Wirtschaftsgeografie, arbeitete im Marketing- und Kommunikationsbereich und absolvierte ein Aufbaustudium in Psychologie. Im Sommer 2025 beendete sie ihr Theologiestudium. Heute wirkt sie als Seelsorgerin in der Pfarrei Herz Jesu Zürich Wiedikon. In ihrer Arbeit begleitet sie Menschen dabei, aus inneren und geistlichen Kraftquellen zu leben und ihren Weg bewusst zu gestalten. Dabei verbindet sie seelsorgliche Präsenz mit Erkenntnissen aus der Neuro-, Lern- und Motivationspsychologie sowie mit coachenden Elementen.
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