Blick über die Grenze
Das Assistenz-Netzwerk in Deutschland (ANiD) ist mit über 3900 Mitgliedern auf LinkedIn das grösste Netzwerk für Assistenzen im Land. Wie es ehrenamtlich geführt wird und wie der Zusammenhalt funktioniert, erzählt Isabell Ott, Leitungsteam-Mitglied und Regionalleiterin für einen Teil Baden-Württembergs.
Foto: zVg
Was war die Ursprungsidee des ANiD?
Isabell Ott: Das Gründungsteam verfolgte 2007 die Idee, ein Netzwerk aufzubauen, das Assistenzen nicht nur den Austausch untereinander ermöglicht, sondern zugleich ihre Rolle stärkt. Denn Assistenzarbeit findet oft im Hintergrund statt und bleibt in Organisationen vielfach unsichtbar. Genau das wollte man ändern und dem Berufsbild mehr Gewicht und Präsenz verleihen. Rückblickend lässt sich sagen, dass dieses Ziel in den vergangenen Jahren in vielerlei Hinsicht erreicht wurde. So verzeichnen wir einen enormen Mitgliederzuwachs wie auch eine steigende Anzahl durchgeführter Events in ganz Deutschland – sowohl vor Ort wie auch digital.
ANiD beschreibt sich als Ort für Austausch, Wissenstransfer, Webinare und Treffen. Was genau unterscheidet dieses Netzwerk von anderen Communities für Assistenzen?
Besonders ist bei uns, dass grundsätzlich alle willkommen sind, die in einem Assistenzberuf tätig sind. Zudem sind alle Angebote kostenfrei. Das heisst, wir verlangen keinen Mitgliedsbeitrag und auch nichts für unsere Events, egal ob digitale Roundtables oder Anlässe vor Ort wie beispielsweise eine Hotelführung. Möglich ist das, weil sich sowohl das Leitungsteam wie auch die einzelnen Regionalgruppen-Leitungen ehrenamtlich engagieren.
Was sind die grössten Herausforderungen dieser Struktur?
Dass das Netzwerk immer grösser wird. Das bedeutet auch, dass alle Ideen verarbeitet und unter einen Hut gebracht werden müssen. Trotz des hohen zeitlichen Aufwands gibt das zehnköpfige Team Rückhalt: Tritt jemand kürzer, springen die anderen ein. Eine Struktur, die gegenseitige Entlastung überhaupt erst ermöglicht. Durch die Bildung formatbezogener Arbeitsgruppen wird der Austausch von Ressourcen besonders effizient: Wer zum Beispiel federführend den «Tag der Assistenz» betreut, kann im Gegenzug auf Unterstützung bei Projekten wie der «Assistants World» zählen.
…und das funktioniert bis heute?
Ja. Als wir 2020 und 2021 mit den Webinaren gestartet sind, suchten wir zuerst Themen, die Assistenzen wirklich bewegen. Bei der Anfrage potenzieller Referentinnen und Referenten gingen wir im Anschluss offen und transparent vor: Wir machten von Anfang an klar, dass dieses Projekt rein ideell getragen wird und leider keine finanziellen Vergütungen möglich sind. Das, was wir bieten, ist unsere Plattform. Auf diese Weise profitieren auch die Referierenden, weil sie Sichtbarkeit erhalten und ihre Expertise teilen können. So ist Schritt für Schritt ein monatliches Webinarformat entstanden.
Um weniger von externen Referierenden abhängig zu sein, lancierten wir zudem nach einem Strategie-Meeting des Vorstands 2024 zusätzlich das Format Roundtable. Für diese digitalen Runden laden wir nur noch vereinzelt externe Stimmen ein und schauen stattdessen, welche Kompetenzen bereits im Netzwerk vorhanden sind. Geht es heute etwa um künstliche Intelligenz, suchen wir gezielt Personen aus der Community, die den Roundtable mitgestalten und ihre Perspektive einbringen.
Was sind die Formate, welche die Teilnehmenden am meisten bewegen?
Die monatlichen Roundtables und die regionalen Treffen sind besonders wertvoll. Erst an der letzten «Assistants World» konnten wir wieder neue Regionen erschliessen, in denen wir bislang noch nicht aktiv waren. Es ist schön zu sehen, wie das Netzwerk wächst. Die Regionaltreffen stehen übrigens allen Mitgliedern offen. Wer also aus Berlin nach München kommt, kann problemlos an den Aktivitäten teilnehmen. Alle Veranstaltungen werden auf unserer LinkedIn-Seite veröffentlicht.
Inwiefern sind Vernetzungen auch mit Assistenzen aus dem nahen Ausland (DACH) vorgesehen?
Wir pflegen Kontakt zu einigen Assistenzen aus der Schweiz und Isabel von zur Gathen wirkte auch schon mal an einem Roundtable mit. Unser Fokus liegt aber klar auf Deutschland.
Was unterscheidet Assistenzen in Deutschland von jenen in der Schweiz?
Ich glaube, im Kern ist die Rolle überall ähnlich: Es geht um die Organisation des Chefs oder eines Teams. Unterschiede zeigen sich eher in der Ausgestaltung. Auch innerhalb Deutschlands gibt es grosse Spannbreiten. Manche Assistenzen beschäftigen sich intensiv mit Prozessoptimierung und wollen sich fachlich weiterentwickeln. Andere sagen: So passt es für mich. Viel hängt dabei auch von den Erwartungen der Vorgesetzten und der jeweiligen Unternehmenskultur ab.
Das komplette Interview mit Isabel Ott lesen Sie ab 23. April im Miss Moneypenny-Magazin 2/2026!
Assistenz-Netzwerk in Deutschland (ANiD)
Das ANiD ist das Netzwerk für alle, die im Bereich Assistenz und Sekretariat ihre Leidenschaft finden. Es besteht seit 2007 und hat über 3900 aktive Mitglieder, die sich gegenseitig in diesem Netzwerk unterstützen. Im ANiD erwarten Mitglieder kostenlose Roundtables, digitale Formate, Live-Afterwork-Austausch in verschiedenen Regionen sowie kostenlose Hotel- und Location Besichtigungen.
anid-netzwerk.de