Bewerbung

Kreativität macht den Unterschied

Häufig treffen weit über 100 Bewerbungen auf eine ausgeschriebene Stelle ein. Kaufmännische Jobs sind beliebt, die Konkurrenz ist entsprechend gross. Es gilt daher, mit dem eigenen Dossier möglichst positiv aufzufallen. Vier Ideen,  wie dies auf kreative, aber dennoch stilvolle Weise gelingt. 

Hätten Sie Freude an einem Dossier im Pizzakarton? Oder an einer bunten Bewerbungsmappe, aus der beim Öffnen Konfetti fallen und die mit Düften oder gar Zigarettenrauch eingenebelt ist? Nein? Die meisten Personalverantwortlichen auch nicht. Auffallen ist ja schön und gut – aber nicht um jeden Preis. Denn jede Idee ist nur so gut, wie sie auch zum Unternehmen und zu Ihnen als Bewerber oder Bewerberin passt. Nicht alle Branchen und Firmen vertragen gleich viel Kreativität. Überlegen Sie sich, wie Sie auf den Empfänger oder die Empfängerin wirken möchten, und wählen Sie dann die für Sie stimmigste Variante aus. Viel Vergnügen beim Ausprobieren!

Stilvoll auffallen: Ein paar Tipps

  1. Bringen Sie dezent Farben und Formen in Ihre Bewerbung.
  2. Verwenden Sie individuelle Formulierungen und keine Standardsätze.
  3. Stellen Sie die Firma in den Mittelpunkt.
  4. Verwenden Sie eine nicht alltägliche Mappe.
  5. Wählen Sie ein individuelles Layout und keine Mustervorlage.
  6. Gestalten Sie ein spezielles Deckblatt oder legen Sie Arbeitsproben bei.

Beispiele

Firmenpräsentation via Mind-­Map

Sie kennen bestimmt die Mind-Map-Technik. Mit ihr lassen sich Themengebiete visuell darstellen und strukturieren. Und: Sie eignet sich auch wunderbar für die Gestaltung eines einzigartigen Bewerbungsdeckblatts.
Anwendungsbeispiel: Googeln Sie, was das Zeug hält, und sammeln Sie möglichst viele Informationen über Ihren Wunscharbeitgeber oder Ihre Wunscharbeitgeberin. Ihre Ergebnisse fassen Sie dann in einer Mind-Map zusammen. Stellen Sie zum Beispiel die verschiedenen Standorte, die einzelnen Geschäftsbereiche, den Slogan, die Produktpalette oder das Angebot der Firma mithilfe der Mind-Map-Methode visuell dar. Bilder und Skizzen darin integrieren? Kein Problem. Hauptsache, es sieht übersichtlich, ansprechend und professionell aus.
Positive Nebeneffekte: Auf diese Weise können Sie Ihr Firmenwissen, Ihre Computerkenntnisse und Ihre Recherchefähigkeiten demonstrieren. Und sind nicht zuletzt auch fürs Vorstellungsgespräch top vorbereitet.
Geeignet für: die meisten Branchen; vor allem aber auch für technisch orientierte Firmen oder gut strukturierte Unternehmen.
Übrigens: Unterstützende Software gibt’s zum Downloaden im Internet (FreeMind, MindManager etc.).

Collage aus Zeitungsartikeln

Sie sind eher kreativ veranlagt? Dann passt vielleicht eine Collage als Deckblatt optimal zu Ihnen. Dabei werden auf eine leere Seite verschiedene Elemente wie Papierstücke, Fotos oder Zeitungsausschnitte geklebt. Damit das Ganze nicht zu «gebastelt» wirkt und Ihrer kaufmännischen Ausbildung gerecht wird, bietet es sich an, die Collage am Computer zu erstellen.
Anwendungsbeispiel: War die Firma kürzlich oft in der Presse? Suchen Sie nach Artikeln und Publikationen und fertigen Sie daraus eine News-Collage an.
Positiver Nebeneffekt: Sie zeigen, dass Sie up to date und an aktuellen Themen interessiert sind.
Geeignet für: Unternehmen aller Branchen, die regelmässig in der Presse stehen.
Zusatztipp: Wenn Sie die Bewerbung per Post verschicken, eignen sich Präsentations- oder Offertmappen besser als die regulären Bewerbungsmappen. Warum? Sie sind auf der Frontseite mit einem Sichtfenster ausgestattet, in welches das Deckblatt bestens hineinpasst.

SWOT-Analyse

Die SWOT-Analyse ist ein weitverbreitetes Instrument für die strategische Planung eines Unternehmens. Sie zeigt die Strenghts/Stärken, Weaknesses/Schwächen, Opportunities/Chancen und Threats/Gefahren einer Firmenstrategie auf und dient der Positionsbestimmung. Auch diese Technik lässt sich gut auf Ihre Bewerbung übertragen.
Anwendungsbeispiel: Gestalten Sie auf einer zusätzlichen Seite vier Felder und beschriften Sie diese mit Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken. Anschliessend füllen Sie die Felder mit Ihren Antworten. Überlegen Sie sich dabei, was für die Firma beziehungsweise die ausgeschriebene Position von Relevanz sein könnte.
Stärken: Welche Stärken bringe ich für die ausgeschriebene Stelle mit? Worin hebe ich mich von den Mitbewerbenden ab?
Schwächen: Welche Schwächen habe ich? Woran sollte ich noch arbeiten? 
Chancen: Welchen Nutzen hat die Firma von meiner Anstellung?
Risiken: Welche Risiken geht sie allenfalls dabei ein?
Positive Nebeneffekte: Viele Personalverantwortliche fordern mehr Ehrlichkeit, Transparenz und Authentizität bei Bewerbungen. Mit dieser Technik kommen Sie diesem Bedürfnis nach. Zudem können Sie hier bereits Fragen klären, die bei der Durchsicht Ihrer Unterlagen sowieso entstanden wären.
Ausserdem: Sie können mit einer ansprechenden Darstellung punkten und Ihren Sinn für Farben, Formen und Strukturen zeigen.
Geeignet für: sämtliche Branchen und Funktionen.

 

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Andrea Kern zeigt Stellensuchenden, wie sie sich kreativ und mit Stil von ihren Mitbewerbenden abheben können. Sie ist Inhaberin von Wort & Stil: kreative Bewerbungen und Texte, ehemalige Leiterin Personaldienst, HR-Fachfrau und Ausbilderin mit eidg. Fachausweis sowie PR-Redaktorin.

wortundstil.ch

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