Was wurde eigentlich aus... Caroline und Daniela Baumann?
Caroline und Daniela Baumann sind Schwestern und sind beide im Assistenzberuf tätig – und das sogar in der gleichen Firma, der Vigier Beton in Safnern bei Biel. Im Magazin 5/18 stellten wir sie erstmalig vor und heute sind sie, acht Jahre später, noch immer in der gleichen Firma tätig.
Caroline (li.) und Daniela Baumann (Foto: zVg)
«Meine Schwester hält mir den Rücken frei» heisst es bei Caroline und Daniela Baumann auch im beruflichen Umfeld, denn beide arbeiten seit über 25 Jahren Seite an Seite bei der Vigier Beton in der Nordwestschweiz. Caroline von 2015 bis 2023 für die Geschäftsleitung der Region Nordwest, seit 2023 als Assistentin Marketingservices und Daniela nach wie vor für die Unternehmensleitung (seit 2011); zuvor waren sie als Produktionsplanerinnen tätig. Ob immer noch alles ist wie im Jahr 2018, als sie für Miss Moneypenny von Ihren Jobs berichteten, erzählen Sie im Gespräch.
Sie beide führten Ihre jeweiligen Jobs schon 2018 aus, als Sie das letzte Mal mit Miss Moneypenny sprachen. Was hat sich seit dem verändert?
Seit unserem letzten Gespräch im Jahr 2018 hat sich unser Arbeitsalltag spürbar verändert. Insgesamt ist alles noch schneller und dynamischer geworden, und die Digitalisierung hat in vielen Bereichen stark Einzug gehalten und Prozesse vereinfacht, aber auch beschleunigt.
Organisatorisch hat sich insbesondere für Caroline etwas verändert: Während sie damals noch die Geschäftsleitung der Region Nordwest unterstützt hat, wurden im Jahr 2023 drei Organisationen zusammengeführt und neu nach Funktionen gegliedert. Seither ist sie als Assistentin im Bereich Marketingservices tätig und für den Social Media Auftritt zuständig sowie als Berufsbildnerin für die Kaufleute EBA verantwortlich.
Daniela ist nach wie vor als Assistentin der Unternehmensleitung im Einsatz und unterstützt diese in ihrer vielseitigen Funktion.
Trotz aller Veränderungen bleibt eines gleich: Unsere Aufgaben sind anspruchsvoll, abwechslungsreich und verlangen viel Flexibilität und Übersicht und genau das macht unseren Job nach wie vor spannend.
Ausgabe 5/2018 (Bild: Archiv)
Anscheinend sind Sie immer noch zufrieden in der Firma und mit Ihrem Job. Woran liegt das?
Ja uns gefällt es immer noch in der Firma. Unsere beiden Jobs sind spannend und abwechslungsreich, kein Tag ist wie der andere. Zudem haben wir ein tolles Team und wir schätzen das familiäre Miteinander sehr. Der Kontakt mit den verschiedenen Standorten und Produktionsbetrieben ist uns sehr wichtig. Gerade als Mitarbeitende im Büro schätzen wir den direkten Austausch mit den Betrieben vor Ort besonders. Ein offenes Ohr für die Anliegen der Mitarbeitenden zu haben, hilft nicht nur beim gegenseitigen Verständnis, sondern ermöglicht es auch, den Puls des Unternehmens und die aktuellen Entwicklungen in der Produktion hautnah mitzubekommen.
Welchen Tipp würden Sie Assistenzen geben, die auch langfristig beim gleichen Arbeitgebenden glücklich sein möchten?
Bleibt neugierig und offen für Veränderungen. Wer bereit ist, dazuzulernen und sich weiterzuentwickeln, findet auch nach vielen Jahren immer wieder neue Herausforderungen und Freude an der Arbeit. Veränderungen sollte man nicht als Belastung, sondern als Chance sehen. Unternehmen entwickeln sich weiter und wer bereit ist, diesen Weg mitzugehen, kann sich ebenfalls weiterentwickeln und über viele Jahre motiviert bleiben.
2018 hiess es über Ihre Arbeit in Ihrem Berufszweig noch «packen in einer Männerdomäne mit an». Würden Sie diese Aussage heute, in 2026, auch so stehen lassen oder sieht es etwas anders aus?
Ja, die Aussage war 2018 durchaus passend. Heute hat sich aber einiges verändert, denn in den letzten Jahren ist der Frauenanteil in unserer Firma spürbar gestiegen. Zwar ist das Baugewerbe nach wie vor eher männerdominiert, doch Frauen sind heute in vielen Funktionen deutlich präsenter und selbstverständlicher vertreten. Diese Entwicklung freut uns sehr und zeigt, dass Kompetenz und Engagement wichtiger sind als das Geschlecht.
Und was hat sich in den letzten acht Jahren im Assistenzberuf allgemein verändert?
Die Digitalisierung hat den Berufsalltag stark verändert. Viele Routinearbeiten werden automatisiert oder sind gar weggefallen, wodurch mehr Zeit für anspruchsvollere Aufgaben bleibt. Gleichzeitig steigen die Anforderungen: Assistenzen müssen flexibel sein, Prioritäten setzen und sich laufend auf neue Technologien und Arbeitsweisen einstellen. Trotz aller technischen Entwicklungen bleibt eines unverändert: Der Mensch steht im Mittelpunkt. Vertrauen, Diskretion und eine gute Zusammenarbeit mit den Vorgesetzten und Kollegen lassen sich auch durch die modernste Technologie nicht ersetzen.
Daniela, Sie sagten 2018, Sie wollten gern Segeln lernen und Caroline, Sie wollten Ihr Französisch aufpolieren. Hand aufs Herz: Konnten die guten Vorsätze umgesetzt werden?
Daniela: Mit dem Segeln ist es bis heute nichts geworden, dafür bin ich meinem Lieblings-Hobby treu geblieben. Country Line Dance nimmt nach wie vor einen grossen Platz in meiner Freizeit ein. Ich tanze nicht nur selbst, sondern unterrichte auch jede Woche drei Stunden.
Caroline: Mein Vorsatz hat tatsächlich geklappt. Ich konnte mein Französisch deutlich verbessern – und das sogar auf die schönste Art: Mit einem bilingualen Partner bleibt gar nichts anderes übrig, als regelmässig Französisch zu sprechen (lacht).
Welche Ziele setzen Sie sich – beruflich oder privat – für die nächsten acht Jahre?
Im Moment haben wir beide keine konkreten langfristigen Pläne. Gesundheit steht im Vordergrund und unsere Arbeit weiterhin mit Freude und Engagement auszuüben. Offen bleiben für Entwicklungen, die sich ergeben, und uns dort einbringen, wo wir gebraucht werde.
Privat ist uns Beiden ein gutes Gleichgewicht wichtig: Zeit für Erholung, Familie, Freunde und Dinge, die uns guttun.
Haben Sie eine Anekdote, die Sie am liebsten auf Partys zum Besten geben?
Daniela: Als Caroline damals als gelernte zahnmedizinische Assistentin bei uns zu arbeiten angefangen hat, dachte ich ehrlich gesagt: «Mal schauen, wie lange sie bleibt – vielleicht zwei Wochen.» Die Firma war damals noch stark männerdominiert, und sie war die einzige Frau im Betrieb. Entsprechend neugierig waren auch die Blicke in ihr Bürocontainer. Umso grösser war der Respekt, als klar wurde: Sie bleibt und lässt sich davon überhaupt nicht beeindrucken.
Caroline: Ich war tatsächlich die einzige Frau mitten im Produktionsumfeld: Mein Büro lag direkt im Werk. Als es noch keine passende Infrastruktur gab, bekam ich kurzerhand meine eigene Toilette organisiert. Und damit ich nicht immer den Umweg durchs ganze Areal nehmen musste, wurde mir sogar eine Treppe als Abkürzung gebaut – die sogar als «Caroline Baumann-Treppe» beschildert wurde.
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