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Zahlen sprechen, Kultur entscheidet!

Warum ohne gelebte Unternehmenskultur kein Unternehmen Zukunft hat und Assistenzen die wahren Kulturgestalterinnen und -gestalter sind. 

Seien wir ehrlich: Unternehmenskultur ist längst kein Wohlfühl-thema mehr. Sie ist ein immer wichtiger werdender Wirtschaftsfaktor. Wer heute glaubt, mit Obstkorb, Homeoffice und einem Teamevent im Jahr Begeisterung zu schaffen, hat den Wettbewerb um die besten Fachkräfte von morgen schon verloren.   

Unternehmen, die ihre Kultur nicht ernst nehmen, verlieren – Talente, Vertrauen und am Ende Profit. Denn Menschen verlassen keine Jobs. Sie verlassen Umfelder, in denen sie sich nicht wohlfühlen. 

Feelgood ist kein «Soft Skill» mehr, es ist harte Währung  


Wir leben in einer Arbeitswelt, in der Effizienz lange alles war. Doch Effizienz ohne Emotion ist leer. Mitarbeitende wollen heute Sinn, Wertschätzung und Miteinander. Sie wollen kein «Wir müssen reden» aus dem Nichts, sondern echtes Interesse – und das beginnt im Alltag. 

Die Gen Z bringt es auf den Punkt: Sie wollen Arbeit, die sich gut anfühlt. Sie sind die (Enkel-)Kinder der Burn-out-Generation, sie haben gesehen, was passiert, wenn Menschen jahrelang funktionieren, aber nicht erfüllt sind. Und genau deswegen entscheiden sie sich für Arbeitgebende, die Kultur nicht nur plakatieren, sondern leben. Nicht die lautesten Unternehmen gewinnen, sondern die authentischsten.

Was schlechte Kultur kostet  


Laut Gallup Engagement Index 2024 sind 91 Prozent der Beschäftigten emotional nicht an ihr Unternehmen gebunden. Menschen, die Dienst nach Vorschrift machen, innerlich längst gekündigt haben oder einfach nur noch «durchhalten».  Das kostet beispielsweise die deutsche Wirtschaft jedes Jahr rund 160 Milliarden Euro, und kein CEO kann sich davon freikaufen.  

Ein Beispiel:  

Ein mittelständisches Unternehmen mit 250 Mitarbeitenden. Durchschnittliche Gehaltskosten pro Kopf: 4500 Euro. Wenn 91 Prozent nicht ihr volles Potenzial abrufen, und das ist der Durchschnitt laut Gallup, dann kostet dies das Unternehmen jeden Monat rund 204' 000 Euro. 

Nicht, weil die Menschen plötzlich faul geworden sind, sondern weil sie sich nicht gesehen fühlen. Weil niemand nachfragt, warum jemand dauernd krank ist. Weil Konflikte unter den Teppich gekehrt werden, statt sie zu lösen. Weil die guten Leute irgendwann die Reissleine ziehen. Und diejenigen, die bleiben, nichts mehr bewegen wollen.  

Die Wahrheit ist unbequem: Viele Unternehmen investieren Unsummen in Recruiting und unnütze Benefits, während sie im Inneren nach und nach die besten Leute verlieren. Statt die Kultur zu pflegen, stopfen sie nur die Löcher. Unzufriedenheit ist teurer als jede Gehaltserhöhung. Denn sie frisst Produktivität, Ideen, Motivation – und am Ende auch Umsatz. Und während Führungskräfte in Meetings Strategien gegen Fachkräftemangel diskutieren, gibt es im Büro längst jemanden, der genau weiss, wo es hakt: die Assistenz. 

Die wahren Kulturgestalterinnen und -gestalter sitzen längst im Unternehmen  


Assistentinnen und Assistenten sind keine Verwaltungskräfte. Sie sind die stabilsten Kulturträgerinnen und -träger, die ein Unternehmen haben kann.  Sie wissen, was läuft und was eben nicht. Sie kennen Menschen, Dynamiken, Hintergründe. Sie spüren, wenn die Stimmung kippt, wenn jemand kurz vorm Durchdrehen ist oder wenn ein Konflikt brodelt, bevor er eskaliert. Kurz: Sie sind die Seismografen der Unternehmenskultur und gleichzeitig die Feuerwehr, wenn es brennt. Ohne Blaulicht, aber mit Herz, Überblick und Humor. 

Während andere mit Strategiepapieren wedeln, schaffen Assistenzen Realität: Sie vermitteln, beruhigen, verbinden. Sie sind die Brücken zwischen Abteilungen, zwischen Chefetage und Team, zwischen Mensch und Prozess. Sie wissen, wer besser per E-Mail, Anruf oder einem Lächeln erreicht wird.  Und sie behalten selbst dann die Nerven, wenn alle anderen gerade ihre verlieren. 

Assistenzen, die unterschätzten Schlüsselfiguren  


Ich sehe es in meinen Coachings immer wieder: Assistenzen sind die ersten, die merken, wenn es im Unternehmen nicht rund läuft. Sie sind die Frühwarnsysteme, die Brückenbauerinnen, die Allwissenden im Hintergrund. Sie sind nicht einfach «die rechte Hand» der Führungskraft, und sie sind oft das Gewissen des ­Unternehmens. Und trotzdem stehen sie selten im Rampenlicht. Während andere mit grossen Titeln glänzen, halten sie den Laden zwischen Excel und Empathie oder zwischen Vorstand und Vertrauensperson am Laufen.

Als ich mein Unternehmen gründete, wollte ich eines erreichen: dass endlich verstanden wird, wie viel Wirtschaftlichkeit in Zufriedenheit steckt. Denn Menschen, die sich wohlfühlen, sind loyaler, kreativer, leistungsfähiger – und seltener krank. 

Mein Appell an alle Unternehmen da draussen:  Nehmen Sie Ihre Unternehmenskultur ernst. Nicht als Feigenblatt, sondern als Fundament. Schauen Sie hin, hören Sie zu und vertrauen Sie den Menschen, die Ihr Unternehmen am besten kennen: Ihren Assistenzen. 

Machen Sie den Test: Wie viel «Feelgood» steckt in Ihrem Unternehmen? 

  • Bei uns wird offen gesprochen, auch über das, was nicht gut läuft.
  • Mitarbeitende erleben Wertschätzung, nicht nur im jährlichen Feedback-Gespräch.
  • In unseren Teams wird gelacht – echt, herzlich und nicht nur über PowerPoint-Witze.
  • Erfolge werden gemeinsam gefeiert, grosse wie kleine.
  • Jemand behält im Blick, wie es den Menschen wirklich geht, bevor sie sich krankmelden.
  • Fehler sind erlaubt – wichtiger als Schuld ist bei uns die Lösung.
  • Neben Zahlen und Deadlines bleibt Raum für Menschlichkeit.
  • Neue Kolleginnen und Kollegen spüren vom ersten Tag an, wofür wir stehen.
  • Auch die Menschen im Hintergrund werden gesehen und gehört.
  • Unser Krankenstand ist stabil, nicht steigend.
  • Unsere Fluktuationsrate ist gering, weil Menschen gern und lange bleiben.
  • Wir messen Erfolg nicht nur in Umsatzzahlen, sondern auch in Zufriedenheit und Motivation.  

Wenn Sie bei mehreren Punkten innerlich gezögert haben, dann ist das kein Drama, aber ein Weckruf. Schauen Sie genauer hin, denn Unzufriedenheit kostet: mehr Kranktage, mehr Kündigungen, weniger Produktivität. Feelgood dagegen bringt Rendite, messbar in Engagement, Loyalität und einem Arbeitsklima, das Menschen hält, statt sie zu verlieren. 

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Sabrina ten Brink ist Leadership-Coach, Autorin, Keynote-Speakerin und Feelgood-Expertin. Zusammen mit ihrem Team bildet sie Fachkräfte für Unternehmenskultur aus, berät Unternehmen und betreibt die grösste Community für Feelgood-Managerinnen und -Manager im deutschsprachigen Raum: die happy@work-Community. 
feelgood-trainings.de 

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